DBS-Nachsorge und Optimierung
Bei vielen Patientinnen und Patienten wirkt die Tiefe Hirnstimulation über Jahre zuverlässig. Im Verlauf kann der Nutzen jedoch nachlassen, neue Beschwerden können hinzukommen oder die bisherigen Einstellungen passen nicht mehr optimal zur aktuellen Situation. Das bedeutet nicht automatisch, dass das System versagt. Häufig kann eine sorgfältige Überprüfung und Anpassung der Stimulationsparameter die Wirkung verbessern oder Nebenwirkungen vermindern.
Solche Kontrollen und Neuprogrammierungen führe ich auch bei Patientinnen und Patienten durch, die andernorts operiert wurden. Ich verfüge über die Programmiermöglichkeiten für Systeme von Medtronic, Abbott und Boston Scientific und betreue alle drei Plattformen.
Eine Überprüfung kann insbesondere sinnvoll sein bei:
- nachlassender oder schwankender Wirkung
- Nebenwirkungen unter der Stimulation
- Verdacht auf technische Probleme
- dem Wunsch nach Optimierung oder einer unabhängigen Beurteilung des bestehenden Systems
Eine erste Beurteilung und Anpassung kann häufig ambulant erfolgen. Bei komplexeren Situationen kann eine kurze stationäre Aufnahme sinnvoll sein, damit Wirkung, Nebenwirkungen, Medikation und technische Funktion über einen längeren Zeitraum beobachtet und die Einstellungen schrittweise optimiert werden können.
Wann kommt eine Tiefe Hirnstimulation infrage?
Bei Morbus Parkinson wird zunächst versucht, die Beschwerden medikamentös zu behandeln. Eine Tiefe Hirnstimulation kann erwogen werden, wenn Medikamente keine ausreichend gleichmäßige Wirkung mehr erzielen oder wenn Nebenwirkungen eine wirksame medikamentöse Behandlung erschweren.
Typische Gründe für eine weiterführende Abklärung sind:
- ausgeprägte Wirkungsschwankungen im Tagesverlauf
- Phasen deutlich eingeschränkter Beweglichkeit
- störende Überbewegungen beziehungsweise Dyskinesien
- ein hartnäckiger Tremor, der auf Medikamente nicht ausreichend anspricht
- relevante medikamentös bedingte Nebenwirkungen, beispielsweise Halluzinationen oder Störungen der Impulskontrolle
Das Vorliegen solcher Beschwerden bedeutet nicht automatisch, dass eine Operation erforderlich oder sinnvoll ist. Es ist vielmehr der Anlass für eine sorgfältige und ergebnisoffene Untersuchung.
Die Abklärung
Vor einer möglichen Operation wird zunächst geprüft, ob tatsächlich ein idiopathischer Morbus Parkinson vorliegt und welche Beschwerden durch die Stimulation voraussichtlich verbessert werden können.
Ein wichtiger Bestandteil dieser Abklärung ist der standardisierte Levodopa-Test. Dabei wird untersucht, wie deutlich sich die motorischen Symptome unter Levodopa bessern. Die Reaktion auf Levodopa liefert in vielen Fällen einen wichtigen Hinweis darauf, welche Wirkung von einer Tiefen Hirnstimulation erwartet werden kann. Eine Ausnahme kann ein medikamentös nicht ausreichend behandelbarer Tremor darstellen.
Zusätzlich werden der bisherige Krankheitsverlauf, die aktuelle Medikation, die Bildgebung sowie mögliche kognitive oder psychiatrische Begleiterkrankungen berücksichtigt. Die Entscheidung sollte gemeinsam mit einem erfahrenen neurologischen und neurochirurgischen Team getroffen werden.
Die Tiefe Hirnstimulation eignet sich vor allem für sorgfältig ausgewählte Menschen mit idiopathischem Morbus Parkinson. Bei atypischen Parkinson-Syndromen ist sie in der Regel nicht erfolgversprechend.
Was kann die Behandlung bewirken?
Die Tiefe Hirnstimulation kann insbesondere Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifigkeit, Tremor, motorische Wirkungsschwankungen und medikamentös bedingte Überbewegungen lindern. Die Stärke der Stimulation lässt sich nach der Operation individuell einstellen und im weiteren Verlauf anpassen.
Die Behandlung kann die Parkinson-Krankheit nicht heilen und ihr Fortschreiten nicht aufhalten. Ihr Ziel besteht darin, belastende Symptome zu vermindern, die Beweglichkeit zu verbessern und dadurch mehr Lebensqualität und Selbstständigkeit im Alltag zu ermöglichen.
Ob die Tiefe Hirnstimulation im konkreten Fall eine geeignete Möglichkeit darstellt, lässt sich meist bereits in einem ausführlichen persönlichen Gespräch und anhand der vorhandenen Befunde gut einschätzen.
Planung, Einstellung und Nachbetreuung
Bildgebung, Zielpunktplanung und die Abstimmung im Behandlungsteam bilden die Grundlage des Eingriffs. Elektroden werden in zuvor festgelegten Zielgebieten platziert und mit einem Impulsgeber verbunden. Welches System und welche Operationstechnik sinnvoll sind, hängt von der individuellen Situation ab.

Die Wirkung entsteht nicht allein durch den Eingriff. Die sorgfältige Programmierung des Systems und die weitere Abstimmung mit der Medikation sind wesentliche Teile der Behandlung.
DBS follow-up and optimisation
Many patients benefit reliably from deep brain stimulation for years. Over time, however, benefit may decline, new symptoms may emerge, or the existing settings may no longer suit the current situation. This does not automatically mean that the system has failed. A careful review and adjustment of the stimulation parameters can often improve benefit or reduce side effects.
I also review and reprogramme systems in patients who were operated on elsewhere. I have programming access for systems from Medtronic, Abbott and Boston Scientific and support all three platforms.
A review may be particularly useful in the case of:
- declining or fluctuating benefit
- stimulation-related side effects
- suspected technical problems
- a wish for optimisation or an independent review of an existing system
An initial assessment and adjustment can often be carried out as an outpatient visit. In more complex situations, a short inpatient stay may be useful so that benefit, side effects, medication and technical function can be observed over a longer period and settings adjusted step by step.
When may deep brain stimulation be considered?
In Parkinson’s disease, symptoms are initially treated with medication. Deep brain stimulation may be considered when medication no longer provides sufficiently consistent control or when side effects prevent adequate medical treatment.
Typical reasons for a more detailed assessment include:
- pronounced fluctuations in medication response during the day
- periods of markedly reduced mobility
- troublesome involuntary movements or dyskinesias
- persistent tremor that does not respond adequately to medication
- relevant medication-related side effects, such as hallucinations or impulse-control disorders
These symptoms do not automatically mean that surgery is necessary or appropriate. They indicate the need for a careful and open-ended assessment.
Assessment
Before surgery is considered, it is important to establish whether the diagnosis is idiopathic Parkinson’s disease and which symptoms are likely to improve with stimulation.
A standardised levodopa challenge is an important part of this assessment. It shows how clearly the motor symptoms respond to levodopa and, in many cases, helps predict the likely benefit of deep brain stimulation. Medication-resistant tremor may be an exception.
The course of the disease, current medication, imaging and possible cognitive or psychiatric conditions are also taken into account. The decision should be made jointly by an experienced neurological and neurosurgical team.
Deep brain stimulation is primarily suitable for carefully selected people with idiopathic Parkinson’s disease. It is generally not effective for atypical parkinsonian syndromes.
What can the treatment achieve?
Deep brain stimulation can reduce slowness of movement, muscle rigidity, tremor, motor fluctuations and medication-induced dyskinesias. The stimulation can be individually programmed after surgery and adjusted over time.
The treatment cannot cure Parkinson’s disease or stop its progression. Its purpose is to reduce troublesome symptoms, improve mobility and support greater independence and quality of life.
Whether deep brain stimulation is an appropriate option can often be assessed in an in-depth personal consultation and by reviewing the available medical records.
Planning, programming and follow-up
Imaging, target planning and coordination within the treatment team form the basis of the procedure. Electrodes are placed in predefined target areas and connected to an implanted pulse generator. The appropriate system and surgical technique depend on the individual situation.

The operation alone does not determine the result. Careful programming and coordination with medication are essential parts of treatment.